Unser Pistenblogger des Tages: Ted Ligety
Schnell und erfolgreich auf zwei Brettern, doch für Ted Ligety ist nur Pistenblogger.com ein richtiges Brett: Caralluma Melt off is undoubtedly an hunger depressant formulated with and natural system have hundreds of several years by tribes in India to block their urge for food as well as enrich stamina anytime they ended up out on the daily searching. caralluma burn impressive urge for food restricting power will persuade takers to consume significantly less as well as avert getting snacks involving important eatings, building dietary regimes a lot less challenging to regard. This generation happens to be marketed within always considerably admired amongst united kingdom, USA, Canada, Eire, in addition to many most people. Each and every box of this system contains 30 capsules - this distinct amount features a particular thirty day period number. Caralluma Melt off Things Caralluma Melt off is created from only wholly organic parts. Its fundamental Other than comes with only vegetable capsules (h2o, fiber).
Samstag: Die Herren-Abfahrt im Check
Ein paar Daten vornweg, die einem den Mund offen stehen und die Knie schlottern lassen. Starthöhe: 1.690 Meter. Zielhöhe: 770 Meter. Unterschied: 720 Meter. Das ist die Kandahar-Abfahrt der Männer. Das Ganze geht seit vergangenem Jahr über eine Länge von 3.300 Metern, für die der damalige Sieger Carlo Janka 1:58,45 Minuten brauchte. Klingt verrückt. Ist es auch.
Los geht der Spaß am Kreuzjoch, von dort gehts steil hinab, so dass in kurzer Zeit über 100 km/h auf dem Tacho stehen. Dann kommt der bekannte Tröglhang, der bis zum Umbau das steilste Stück der Strecke war (und auch jetzt nicht gerade ein Flachland bezeichnet werden kann). Es folgen die Olympia-Kurve und der Panorama-Sprung. Der hat seinen Namen nun wirklich verdient, die Fahrer werden allerdings nicht viel Zeit für Sightseeing haben. Es geht direkt weiter in den Eishang, der wiederum in zwei Sprünge mündet. Die Fahrer springen dort bis zu 60 Meter weit. Martin Schmitt könnte sich eine Scheibe abschneiden.
Nach einer langgezogenen Linkskurve folgt eine kurze Flachpassage – wir nähern uns dem Ziel. Doch kurz davor wartet noch das Highlight der Alpinen Ski-Welt auf uns: Der Freie Fall (der seinen Namen ebenfalls wirklich verdient hat). Das Gefälle beträgt an dieser Stelle 90 %, es ist das steilste Stück im gesamten Ski-Weltcup. Wer das überstanden hat, fährt im Schuss über die Ziellinie. Seine Oberschenkel werden ihm verraten, was er in den letzten zwei Minuten gemacht hat.
Donnerstag: Up in the Air
Das Pistenblogger Extreme-Team ist zurück! Wir begaben uns bereits waghalsig auf die Kandahar, in den Eiskanal und in eine Lawine. Diese Gefahren gab es lediglich im 4D-Simulator – heute ging es hinaus in die Realität. Zu AirEmotion. An der Kandahar gibt es einen Baukran, an dessen Haken man sich hängen und die Aussicht über Garmisch, die Skistrecke und die gesamte Gegend genießen kann. Wenn man sich nicht vorher erbricht. Wir stellten uns der Gefahr und flogen so hoch, wie Didier Cuche beim Freien Fall an der Kandahar weit springt – knapp vier Kilometer.
Die Aussicht war atemberaubend, der Freie Fall von oben furchteinflößend, die umliegenden Berge imposant. Kaum vorstellbar, wie die Athleten diese Strecke mit 120 km/h bewältigen. Aus dieser Höhe sah die riesige Milka-Kuh aus wie ein in einen lila Farbtopf gefallenes, kleines Frettchen. Frei wie zwei Vögel wuchs in uns die Demut vor Mutter Erde. Dies alles hätten wir gesehen, wenn wir uns nicht vor Angst gegenseitig die Hände vor die Augen hätten halten müssen.
Trotz der Zweifel und der sieben Tode, die wir gestorben sind (für jeden Pistenblogger einen), bekamen wir wieder festen Boden unter die Füße. Unsere Knie waren so weich wie Maria Rieschs Schwünge um die Slalomstangen. Dennoch: Als Belohnung bekamen wir zwei Kuhglocken um den Hals gehängt. Sehen wir jetzt einen Zuschauer an der Strecke, der eine solche Glocke trägt, denken wir uns unseren Teil. Ah, der hängt gerne rum.
Das Extreme-Team freut sich auf neue Gefahren!
Unser Pistenblogger des Tages: Michi Kirchgasser
Die neue Art der WM-Berichterstattung, sogar ÖSV-Skistar Michi Kirchgasser ist auf die Pistenblogger gekommen:
Freitag: Odyssee durch Österreich
Donnerstag, 23.35 Uhr: Wir stehen vor den anbetungswürdigen Brettern eines alpinen Skistars aus der ersten Hälfte der vergangenen Jahrhunderts: Josef Rieder – Slalom-Weltmeister 1958 in Bad Gastein. Er gründete einst das schöne Sporthotel im Ski-Ort Loisach, in dem sich die Pistenblogger gerade befinden.
Doch das war nicht der Grund für unsere nächtliche Fahrt ins ferne Österreich. Beginnen wir von vorne:
22.30 Uhr: Bereits seit 17 Stunden sind wir auf den Beinen, nun kümmern wir uns um den letzten Auftrag, bevor es endlich ins Bett geht: die österreichische Wochenzeitung “Sportwoche” für unseren morgigen Pressespiegel besorgen.
22.55 Uhr: Die anvisierte Tankstelle hat bereits geschlossen, also weiter im schönen Nachbarland Österreich. Der Beginn einer unvorhersehbaren Odyssee.
23.00 Uhr: Willkommen in Ehrwald. Alle Tankstellen begrüßen uns mit verschlossenen Türen. Ärgerlich! Die Suche geht aber weiter, schließlich muss es ja immer weiter gehen: Wir treffen eine nette junge Dame, die uns den Weg ins nahe Loisach erklärt - zu einer Tankstelle, die bestimmt den erhofften 24h-Service bietet.
23.13 Uhr: Angekommen – nur leider an einer unbeleuchteten Tankstelle, der nächste Schuss in den Ofen. Ein Alternativplan muss also her, wir beginnen die Massen an Hotels im Wintersportort abzuklappern.
23.16 Uhr: Unser Konzept wird nicht gerade von Erfolg gekrönt. Auch die Rezeptionistin des Alpinrösls mit dem sympathischen osteuropäischen Dialekt, kann uns nicht weiterhelfen. Unser letzter Ausweg:
23.19 Uhr: Wir bitten Freund und Helfer um Unterstützung: Aber auch die Polizei-Inspektion Loisach kann uns auf der nächtlichen Zeitungs-Suche nicht weiterhelfen. Sie senden sogar einen Funkspruch aus, doch unser erwünschtes Ergebnis bleibt aus.
23.23 Uhr: Die ortsansässigen Spaziergänger fühlen sich eher belästigt und von den drei uniformierten Fragestellern oder verstehen uns vielleicht einfach nicht. Plötzlich am linken Straßenrand:
23.25 Uhr: Das anfangs erwähnte Sporthotel Loisach – hier gibt es doch bestimmt die ominöse “Sportwoche”. Aber nein, Hotelier und Sportfan Karl Rieder hat noch nicht einmal davon gehört. Aber kein Problem:
23.28 Uhr: Wir holen uns den Schlüssel zu “Rieders Kaufladen”: Die Schwester von Karl besitzt einen Kiosk auf der gegenüber liegenden Straßenseite. Wir verlängern also die Öffnungszeiten und durchforsten den Zeitungsbestand. Unsere Hoffnung reicht bis zum sternenklaren Nachthimmel: Jedoch auch hier Fehlanzeige!
23.30 Uhr: Wieder im Sporthotel: Während wir die Skier bewundern, vermittelt uns der Hotelier via Auskunft zu einer Tankstelle in Nasserreith. Ja, die haben das Sportblatt. Wir machen uns auf die 30-Kilometer-Fahrt.
0.04 Uhr: Eine halbe Stunde Fahrtzeit über den autoverlassenen Fernpass: vorbei an verlassenen Tankstellen, winterbedingt geschlossenen Campingplätzen und einem neonfarbenen Würfel-Hotel. Ansonsten eine Ansammlung von Nichts im Halbmondlicht, durch dunkle Wälder, bergauf und wieder bergab.
0.05 Uhr: Wir erreichen die Tankstelle: DA IST DAS DING! Käuflich erwerben wir zwei Exemplare für je 1,60 Euro.
0.10 Uhr: Günstig vollgetankt und mit einem Knabberset für die Rückfahrt versorgt, geht’s wieder auf gen WM-Ort.
0.19 Uhr: Wir stellen fest, dass viel zu wenige Nic-Nacs in dieser Chips-Mischung sind.
1.01 Uhr: Ankunft in unserer Unterkunft in Partenkirchen.
1.18 Uhr: Wir fallen einfach um und landen – Gott sei Dank - im weichen Bett.
5.35 Uhr: Der Wecker klingelt, der Stress beginnt wieder von vorne: Super-Kombination der Damen, Abfahrtstraining der Herren und am Abend “Culcha Candela”.
Freitag: Der Tanz der Emotionen
Fast allen Köpfen sind die Montags-Impressionen bereits entglitten: Die Bilder der Eröffnungsfeier hatten die ganze Welt im Sturm beeindruckt, doch genauso schnell waren diese wieder vergessen. Jetzt stehen nur noch die Skier, die Piste und die waghalsigen Piloten im Fokus. Wir Pistenblogger erinnern uns noch gerne an einen wunderschönen Abend:
Donnerstag: Amor in der Mixed-Zone
Was haben wir in der Mixed-Zone seit dem vergangenen Jahr nicht schon alles erlebt: Jubelarien, weinende Athleten, Scherze, Wutanfälle und und und… Dass die Mediengasse im Zielbereich auch für Verkuppelungen genutzt wird, war uns bislang nicht bekannt. So geschehen beim heutigen Abfahrtstraining der Damen an der Kandahar: Zunächst fungierte Maurice Adrait, seines Zeichens französischer Pressesprecher, Trainer, und “Pistenblogger des Tages” noch als Lebensretter und Seelsorger. Gemeinsam mit den Hilfskräften buddelte er die gestürzte Marion Rolland erst aus der Zielraumbegrenzung, um sie anschließend väterlich zu trösten.
Wenig später galt dann aber all seine Fürsorge der 20-jährigen Margot Bailet, die er anscheinend schnellstmöglich unter die Haube bringen möchte. Ob das einen sportpsychologischen Hintergrund hatte, blieb ungeklärt. Mit gewohnt schelmischem Grinsen brachte er mir jedenfalls die Französin zum Kurzinterview, ließ uns aber keine Sekunde aus den Augen, dachte und lachte sich eins.
Als ich gerade meine letzte Frage nach Margots Aussichten in der Super-Kombi beantwortet bekommen hatte und ihr viel Glück wünschen wollte, drängte sich Maurice mit aufbrausender Stimme dazwischen: “What? That was your last question? That was the wrong question! Ask for her phone number!” Margots Blick ging peinlich berührt gen Boden, Maurice bog sich vor Lachen und ich fragte nicht.
Umfrage: Wer fährt auf Platz 1?
Die ersten beiden Goldmedaillen wurden vergeben. Nun steht die Super-Kombi der Damen vor der Skilifttür – eine besondere Herausforderung, schließlich ist es ein Mix aus Highspeed und filigraner Technik. Auf wen setzt ihr?![]()
Donnerstag: Wir sind mit dem Schaf da
Wir konnten uns in das wohl goldenste Buch überhaupt eintragen: das Garmischer Gipfelbuch. Welch Ehre, die selbst erfahrenen Pistenbloggern wie uns nur einmal im Leben zu Teil wird! Wir waren Gäste beim Medienabend im festlich dekorierten Kongresshaus. Ein Kommen und Gehen der Medienschaffenden dieser WM, das sich schnell zu einem Bleiben entwickelte. Anfangs wollten wir der feiernden Meute nur einen kurzen Besuch abstatten, entschieden uns aber letztendlich doch zu bleiben.
Das Alternativ-Programm lautete: Deutschland gegen Italien - diesen Fußballklassiker lässt man sich nur äußerst ungern entgehen. Doch wir verschmähten den gestrigen Ballzauber und genossen stattdessen leckerste Häppchen, frisches, schäumendes Pils und das Fetzigste aus dem facettenreichen Reich der Volksmusik. Der geplante Fernsehabend im naturfreundehäuslichen Gemeinschaftsraum wurde also gecancelt. Und das vollkommen zurecht: Schließlich durften wir, anstatt auf der harten Eckbank sitzen zu müssen, neue Sitzgelegenheiten kennenlernen: Sitzschafe.
Der erste Blick sorgte für Begeisterung, der erste Praxisversuch für Ernüchterung: Flauschig wie 100 Meter Kiesweg, unangenehm wie das Kratzen an einer Tafel und unkomfortabel wie ein Treppensturz. Unser Pistenblogger-Tipp: Eine Minute Sitzschaf entspricht etwa dem Glücksgefühl von drei Stürzen auf der Kandahar!
Mittwoch: Schürzenjäger und Titelträger
Die Favoriten für den Herren-Super-G waren andere. Ivica Kostelic, Titelverteidiger Didier Cuche, Carlo Janka oder Paradiesvogel Bode Miller. Am Ende feierte ein Südtiroler. Christof Innerhofer holte sich Gold, verwies Hannes Reichelt und Ivica Kostelic auf die Plätze.
Vor dem gestrigen Tag war Christof vor allem für seine Schürzenjäger-Qualitäten bekannt. Der italienische Hengst übernachtete 2009 das ein oder andere Mal im Stall von Lara Gut, bevor er die äußerst attraktive Schweizerin kurze Zeit später auf schnellen Hufen verließ.
Als wäre das nicht schon schade genug, setzte Christof noch einen drauf. Er kam auf die Idee, im Schweizer Blatt “Blick” über die Liebesqualitäten seiner Ehemaligen zu plaudern. Lara fand das gar nicht gut.
Das hätte sich Christof wohl besser überlegen sollen, anstatt die Hufe in Richtung Blick-Redaktion zu schwingen. Er meinte damals, Lara müsse noch viel lernen. Das trifft aber genauso gut auf Christof zu. Nicht auf der Piste, sondern abseits hat der Italiener noch Nachholbedarf. Und zwar in Stilfragen. Dann wird alles Gut.
Unser Pistenblogger des Tages: Maurice Adrait
Auch unser Freund Maurice Adrait findet Pistenblogger klasse. Nur am richtigen Text für die Ansprache hapert es noch manchmal:
Mittwoch: Warum eigentlich Kandahar?
Das Wörtchen Kandahar steht für einiges. Eine Schuhmanufaktur in Thun, eine Provinz in Afghanistan und mehrere Ski-Rennstrecken auf der Welt. Letzteres interessiert uns am meisten, schließlich trägt die Strecke in Garmisch-Partenkirchen denselben Namen. Aber warum hört eine Skipiste Mitten in Bayern auf diesen klangvollen, aber nicht allzu bayerischen Namen?
Bennant wurde die Kandahar nach der gleichnamigen Provinz in Afghanistan. Im zweiten Afghanischen Krieg (1880) gab es einen edlen Kommandanten der britischen Streitmacht, der auf den Namen Frederick Roberts hörte. Nachdem dieser in Afghanistan britische Truppen rettete, wurde er zum “Baron Roberts of Kandahar” ernannt. Knapp 20 Jahre später kam sein großer Moment: Der Baron spendete für ein Skirennen den Pokal – und kurzerhand etablierte sich sein Name im Skizirkus. Über das Arlberg-Kandahar-Rennen gelang der Name nach Garmisch, heute steht er als Synonym für die gefährliche Abfahrt.
Bei der Weltmeisterschaft werden die Abfahrt, der Super-G und der Riesenslalom der Damen und Herren sowie das Team-Event an der Kandahar ausgetragen.
Mittwoch: Wer bin ich? Die Face-Wall hilft
Klar, die Namen der Skiläufer sind bekannt. Selbstredend wissen die Pistenblogger, dass Irene Curtoni und Federica Brignone für Italien an den Start gehen. Natürlich kennt man auch Bode Miller, Maria Riesch und selbstverständlich auch Lara Gut. Aber wie genau sieht Johanna Schnarf aus? Oder Elena Fanchini? Und zwar ohne ihre farbenfrohen Helme und die eindeutige Startnummer.
Damit wir die Fahrer in der Mixed-Zone ansprechen können und uns möglichst niemand durch die Lappen geht, haben wir uns die Konterfeis fast aller Teilnehmer zusammengestellt, ausgedruckt und eine Face-Wall daraus gemacht. Nun büffeln die Pistenblogger, um sich gesichtstechnisch bestens auszukennen. Dann unterläuft uns auch nicht mehr ein Fauxpas, wie beim letztjährigen Weltcup-Finale. “I hoaß net Anna”, rief uns Andrea Fischbacher entgegen, als wir sie fälschlicherweise für Anna Fenninger gehalten hatten. An dieser Stelle: Verzeihung dafür!
Mittwoch: Tower Defense in der Mixed-Zone
Der König des Super-G heißt seit heute Christof Innerhofer und die sieben Pistenblogger waren wie immer ganz nah dran. Uns bot sich ein wahrer Showdown auf der knüppelharten Kandahar – für viele Läufer “der schwierigste Super-G ihrer Karriere”, wie sie uns nach ihren Läufen ausgepumpt erzählten.
Denn auch heute fanden wir uns als Stimmenjäger im Slalom-Parkour der Mixed-Zone wieder, um den Journalisten die Fahrerzitate textgerecht zu servieren. Nach der Weltcup-Erfahrung im vergangenen Jahr und dem reibungslosen Ablauf gestern eigentlich eine risiko- und stressfreie Angelegenheit – dachten wir zumindest. Doch da hatten wir falsch gedacht. Vorneweg: Wir waren erfolgreich. Schlussendlich füllten 33 Interviews ein fünfseitiges Handout. Aber der Weg dorthin bedurfte Reaktionsschnelligkeit und war laufintensiv.
Erst warteten wir eine halbe Ewigkeit, um nur mal das erste Interview zu erhaschen und dann strömten Bode, Aksel, Didier und Co. in Scharen durch den dicht belagerten Mixed-Zone-Kanal. “Hast du den Cuche? Der ist gerade an mir vorbei”, “Da vorne kommt Walchhofer, fang den ab!” Manche von Euch dürften “Tower Defense” kennen, ein Online-Spiel in vielfacher Ausführung, in dem es darum geht, eine Horde abzufangen und nicht ins Ziel kommen zu lassen. Parallelen zu unserer Mixed-Zone-Arbeit sind eklatant.
Mittwoch: Sperrgebiet für Weltmeister
Dass Prominente Privilegien genießen, ist keine Neuigkeit. Sie bekommen viel Geld, Aufmerksamkeit und noch mehr Popularität. Man erkennt sie, wo immer sie auch hinkommen. So möchte man meinen: Die Ski-Weltmeisterschaft in Garmisch-Partenkirchen hat uns aber wieder mal gezeigt, wie vergänglich Popularität sein kann.
Da steht mit dem Österreicher Stephan Eberharter ein Weltmeister, Olympiasieger und zweifacher Gesamt-Weltcupsieger an der Pforte des Main Press Centers und bittet um Einlass. Vergebens. Zumindest vorerst. Der Security-Mann an der Tür lässt den ehemaligen Ski-Star nicht passieren – ihm fehlt die notwendige Akkreditierung, um den Zutritt in die heiligen Presse-Hallen in Garmisch zu erhalten.
Stephan bleibt allerdings hartnäckig. Bald bekommt er Unterstützung durch seine Landsmänner, zumindest die österreichische Presse kann sich an die Helden von gestern noch erinnern. Ein Printjournalist versucht den streng nach Vorschrift arbeitenden Sicherheitsmann davon zu überzeugen, dass er einem ganz Großen des Skisports gerade den Zutritt verweigert. Die Schreiber wissen um die Verdienste des Skifahrers, doch Security-Mann Werner Daxl bleibt davon unbeeindruckt. Keine Akkreditierung, kein Zutritt, so lautet seine Order. “Egal wer dasteht, ohne Akkreditierung kommt hier keiner rein”, sagt Werner. “Gestern gab es das gleiche Szenario mit Rosi Mittermaier, auch da durften wir keine Ausnahme machen.” Schließlich kam Rosi doch rein, die FIS gab die Erlaubnis.
Auch für Stephan nimmt der Besuch ein gutes Ende. Er darf kurz zu den Printjournalisten, für die er als Experte zu Wort kommen soll. Danach wird allerdings auch für den Ex-Ski-Star das Pressezentrum in der Garmischer Eishalle zum Sperrgebiet.
Dienstag: Morgens in der Media-Lounge
Die Süddeutsche Zeitung hat sechs Journalisten ins schöne Garmisch-Partenkirchen zur Ski-WM geschickt. Das sind viele, denkt Ihr? Dann habt Ihr die Rechnung ohne den Münchner Merkur gemacht! Als Partner der WM veröffentlicht er nicht nur Artikel im normalen Sportteil, sondern bringt auch noch einen riesigen Extra-Teil heraus (der übrigens überall im Mediencenter ausliegt).
Wer so viel produziert, hat auch einiges zu planen – jeden Morgen besprechen sich die Schreiberlinge des Münchner Merkur: so wie hier in der Media-Lounge. Sie sind gut zu erkennen, mit ihren gelbfarbene Jacken, die nicht nur an Borussia Dortmund erinnern, sondern auch an die ehemaligen Rennläuferanzüge der Schweizer Mannschaft (Käsemuster und so).
Unser Pistenblogger des Tages: Erik Guay
Erik Guay ist ein Wahnsinns-Skifahrer: angriffslustig und geschwindigkeitsliebend. Auch im fernen Kanada kennt und schätzt man uns Pistenblogger:
Dienstag: Kein Kommentar ohne uns
Als sich Laurenne Ross aus dem Starthaus katapultiert, erklärt Roman Röll: “Sie ist sehr musikalisch und spielt Klavier, Violine, Cello.” Ganz einfach so, als hätte er alle Lebensläufe der vier Dutzend Starterinnen auswenidg parat. Woher weiß der Stadionsprecher, dass Daniela Merighetti ein glühender Fan von Juventus Turin ist oder Marie Marchand-Arvier gerne in die Oper geht?
Roman weiß es eben. Und zwar von uns, denn die Pistenblogger recherchieren die Informationen, fassen sie zusammen und verteilen sie in einer so genannten “Extended Startlist” an ihn und seine Kollegen. Von ihrer Kommentatoren-Kabine, hoch über den Zuschauertribünen, hat man einen tollen Blick auf den Zielhang. Von hier versucht er die Massen zu animieren: “Jetzt bitte alle zusammen: Happy birthday to you, happy birthday to you.” Die ganze Ski-Arena begrüßt die verduzte Starterin Jessica Lindell-Vikarby herzlich mit einem nachträglichen Ständchen. Ja, das funktioniert nur mit unserer Unterstützung so gut.
Dienstag: Interview-Marathon für Maria
Endlich ist es so weit: Die Ski-WM startet mit dem Super-G der Ladies an der Kandahar. Wir sind selbstverständlich schon seit sechs Uhr morgens im Main Press Center und fertigen mittlerweile routiniert den Pressespiegel an, nebenbei recherchieren wir kuriose Fakten zu den Fahrerinnen des heutigen Rennens – für die Kommentatoren und Moderatoren im Stadion. Und dann geht’s auch schon los, wir müssen uns noch einen Platz im Pressezelt sichern. Heute teilen wir uns nämlich auf. Högschde Disziplin wird von den Pistenbloggern gefordert. Zwei im TV-Bereich und vier im Bereich der Schreiberlinge – das sind sechs. Für den Verbliebenen wurde es einsam im Zelt. Wenigstens warm und mit Internet ausgestattet, aber alles andere als aufregend. Dafür war es in der Mixed Zone umso interessanter.
Ein knappes Dutzend TV-Sender aneinander gedrängt, jeder hat seine drei Quadratmeter große Box. Darin stehen ein Kameramann, ein Ton- bzw. Lichttechniker und natürlich der Interviewer. Sortiert ist das Ganze nach Priorität – zuerst die deutschen Sender (ARD bzw. ZDF) als Host-Broadcaster, dann das österreichische und das Schweizer Fernsehen. Gefolgt von vielen weiteren TV-Stationen. Ob sie wollen oder nicht, für die Athletinnen gibt es keinen Weg an den Kameras vorbei. Selbstverständlich zu unserem Vorteil: Zwei Pistenblogger stehen dicht bei den TV-Teams, um die ersten O-Töne direkt an den Kollegen im Zelt weiterzuleiten. Dort werden sie abgetippt, gedruckt und an die Journalisten verteilt. Ein willkommener Service für die Print-Kollegen, denn bis die gefragtesten der Fahrerinnen – meistens Maria und Lindsey – die dortige Area erreichen, vergeht locker eine halbe Stunde. Fazit: Mit den Pistenbloggern schreibt man besser. Und schneller.
Umfrage: Wer holt Gold?
Unser Pistenblogger des Tages: Christian Neureuther
Ja, inzwischen kennt uns der halbe Skizirkus. Sogar Christian Neureuther informiert sich bei uns:
Montag: Ein Model und die 7 Pistenblogger
Kurioses passiert selbstverständlich nicht nur an Kandahar und Gudiberg. Eine tolle Geschichte erlebten wir gestern Morgen beim Erstellen des Pressespiegels: „Model Kathy“ präsentierte in der „tz“ die äußerst gelungenen Maskottchen Ga&Pa. „Kathy“? Die kommt uns ziemlich bekannt vor.
Denn in unserer Luxusherberge wohnt ein Mädel, das „Kathy“ seeeehr ähnlich sieht. Sie heißt aber Katrin und ist Media Lounge Coordinator im Pressezentrum – auf gut deutsch: sie macht den Kaffee. Oder noch deutscher: Sie sorgt dafür, dass sich die Journalisten und natürlich wir Pistenblogger ein Tässchen Kaffee am Automaten besorgen können. Dazu entzückt sie in bayerischer Tracht und lächelt.
Von einer Kollegin der „tz“ wird Katrin kurzerhand zu Model “Kathy“ gemacht. Da wir natürlich äußerst aufmerksame Leser sind, fällt uns das sofort auf. Wir laden Katrin also in unser ganz persönliches Mediencenter (vier Wände hat es immerhin) ein und zeigen Ihr den Artikel. Ein bisschen erstaunt ist sie schon, denn sie heißt weder „Kathy“, noch ist sie „Model“. Macht aber nix, immerhin Publicity – ist ja wichtig für Promis. Anscheinend hat sie mittlerweile auch Gefallen am Posieren gefunden, aber das seht Ihr ja selbst. Die Pistenblogger wünschen Dir viel Glück bei deiner Zweitkarriere, liebe „Kathy“!
Montag: Maria vor’m WM-Start
Heute geht’s los: Super-G der Damen. Und die Deutschen haben ein ganz heißes Eisen im Feuer. Andere Fahrerinnen waren erschrocken von den anspruchsvollen Verhältnissen, aber Maria mag es so:
Montag: Die Spiele sind eröffnet!
Es war ein gigantisches Spektakel, diese Eröffnungsfeier der Ski-WM. Bayerische Trachtler, Hang-Animationen, Feuerwerke, eine sehr lethargisch und uninspiriert wirkende Kanzlerin – und natürlich die Pistenblogger mitten im Geschehen. An vorderster Front verfolgten wir die Zeremonie, kümmerten uns um die Fotographen – und auf einmal waren wir im Innenraum.
Zusammen mit dem kroatischen Team lauschten wir den Worten der Kanzlerin und dem Auftritt von Christina Stürmer. Besonders Natko Zrncic-Dim, Bronzegewinner in der Kombination bei der WM 2009, nahm sich Zeit für Gespräche mit uns und versprach, in Zukunft eifrig unseren Blog zu lesen. Kluge Entscheidung, Natko!
Nach dem offiziellen Teil präsentierte sich der Athleten- und Promibereich als nette Stammtischgesellschaft. “Servus, Herr Seehofer, schauen Sie mal auf Pistenblogger.com” – “Mach´ ich gleich heute Abend noch.” ”Herr Stoiber, wer ist Ihr WM-Favorit.” – “Die Maria wird sicher das eine oder andere Mal auf dem Stockerl stehen.” Gewagter Tipp, Ede! Insgesamt zeigte sich die scheidende und ehemalige Politprominenz in gelöster Freizeitstimmung.

"Ja, gut, ähh, Pistenblogger - ich werd's mir merken"- Die Stoibers mit Philipp und Daniel. Quelle: Pistenblogger
Auf dem Weg in Richtung Bühne liefen wir Fanny Chmelar buchstäblich in die Arme und fachsimpelten mit ihr über die kommenden Wettbewerbe. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Kanzlerin längst wieder auf dem Weg Richtung Berlin, nachdem sie sich einige Minuten lang angeregt mit der sichtlich geschmeichelten Maria Riesch unterhalten hatte.
Die Veranstaltung ließen wir mit ”Schickeria” von der Spider Murphy Gang ausklingen. Die echte Schickeria hatte zu diesem Zeitpunkt bereits die Heimreise angetreten oder prostete sich im VIP-Zelt zu.
Montag: Ein alter Bekannter
Der dritte Tag in Garmisch für die Pistenblogger – der dritte Tag Sonnenschein. Und bis Ende der Woche ist keine Verschlechterung in Sicht. Traumhafte Bedingungen also für eine epische Weltmeisterschaft. Endlich gehts auch richtig los mit den Vorbereitungen auf die Rennen. So haben die Fahrerinnen heute vor dem morgigen Super-G schonmal die Piste getestet. Keine Frage, dass die Pistenblogger da nicht fehlen durften.
In lockerer Atmosphäre plauderten wir also mit Maria Riesch, Tina Maze und Co. und holten uns die letzten Einschätzungen und Prognosen vor dem ersten Titelrennen. Einstimmiger Tenor: Die Piste ist eisig, aber gut zu fahren. Vor allem der sympathischen Schweizerin Lara Gut werden große Chancen eingeräumt. Welch Überraschung!
Nachdem wir uns schon wieder auf den Weg zurück ins Main Press Center machen wollten, erblickten wir auf einmal inmitten der Fahrerinnen und Teambetreuer ein bekanntes Gesicht: Maurice Adrait, Sprecher der französischen Mannschaft.
Bereits letztes Jahr während des Weltcup-Finales haben wir ein besonderes, beinahe freundschaftliches Verhältnis zur Stimmungskanone der Franzosen aufgebaut. Dementsprechend emotional – beinahe tränenreich – fiel das Wiedersehen aus. Eines steht fest: Mit Maurice in der Mixed-Zone ist Spaß garantiert!
Sonntag: Pistenblogger spiegeln Presse
Kindergarten und Grundschule sind lange vorbei. Für uns Pistenblogger heißt es dennoch: ran die Schere, ran an den Kleber – Basteln ist angesagt. Und das zu früher Morgenstund’. Der internationale Pressespiegel will erstellt werden. Die Ski-WM ist momentan das große Ding im Sportjournalismus – die Überschriften waren hingegen keine großen Dinger: meist geflügelte Sprüche und unwichtige Zitate.
Dennoch will die schreibende Zunft informiert sein, was die Konkurrenz so treibt. Schnell mal den Artikel der “Gazzetta dello sport” und die Kolumne der “L’Équipe” übersetzt – der Pressespiegel ist fertig. Jetzt muss er “nur” noch ausgedruckt und kopiert werden. Zwei Kopierer arbeiten auf Hochtouren, aber es dauert und dauert. Besonders schön ist, wenn sich der eine Kopierer kurzerhand für einen Stau nach dem anderen entscheidet.
Letztlich erreicht aber auch der letzte Pressespiegel sein Ziel. Eine Win-Win-Situation für die Journalisten und für uns Pistenblogger: auch wir sind zur Morgenstund’ bereits bestens informiert.
Sonntag: Sprung in die neue Woche mit 93%
Was wird schon im Mediencenter zu finden sein: ein paar nette Empfangsdamen, zwei furchteinflößende Securities und Tische, viele Tische – Platz zum Arbeiten eben für die Journalisten und Fotografen. Aber ist das alles? Mitnichten.
Es gibt da noch diesen hochmodernen 4D-Simulator. Noch vor dem großen Ansturm der Journalisten haben sich zwei der Pistenblogger in die waghalsige Maschine gesetzt und sich virtuell die Kandahar runtergestürzt – die Pistenblogger sind einfach alles, auch Versuchskaninchen. Von außen sieht das ganze so aus:
Sogar Wind bläst einem entgegen – die Simulation könnte also spannend und realistisch sein, wenn sie nicht so unglaublich vorhersehbar wäre. Eingeklemmt auf einem Achterbahnsitz, darf man sich eine Kamerafahrt ansehen – größter Unterschied zur heimischen Wohnzimmercouch: kostenloses Durchschütteln mit eingebautem Anschlagen des eigenen Hauptes. Die beiden Pistenblogger zeigten sich dennoch begeistert: “Ja, war schon okay.” Der andere ergänzte: “Also mir hat’s Spaß gemacht.” Auch wenn die 93% Gefälle beim “Freien Fall” nicht wirklich zur Geltung kommen.
Der Simulator lädt auch zur illustren Bob-Fahrt am Königssee - doch auch diese Funktion treibt den Adrenalin-Spiegel nicht in höhere Gefilde. Da braucht es schon den Lawinen-Modus: Endlich verliert man die Orientierung, das meiste Blut findet sich im Kopf wieder und man ist verschüttet. Aber nicht lange, schon bald zwinkert einem ein Bernhardiner entgegen.
Zum Runterkommen bietet sich der Helikopterflug über die Bayerischen Alpen an. Spätestens jetzt wissen die Journalisten aus aller Welt, wie schön das Berchtesgadener Land ist. Der Panoramaflug ist nach zwei Minuten schon wieder vorbei und die Holzdecke des Mediencenters lacht einem entgegen – wieder zurück an die Arbeit. Wer mal ein paar Minuten Auszeit vom großen Trubel des Ski-Events braucht, weiß, wo er hingehen muss.
Samstag: Pistenblogger haben Vorfahrt
Es herrscht natürlich nicht nur Chaos, einige Dinge klappen wunderbar. Zum Beispiel der Rundgang im äußerst beeindruckenden Main Press Center: ein fantastischer Anblick.
Dann können wir noch mit Rubi quatschen und beschließen ein spontanes Meeting. Und, wie wir den Rubi halt kennen, hat er selbstverständlich mal wieder ein paar neue Ideen und Änderungen parat – die sind ihm letzte Nacht noch eingefallen. Ein medialer Teufelskerl! Jetzt erstellen wir um sechs Uhr (!) morgens noch einen alpinen Pressespiegel für die Journalisten. Machen wir aber gerne: alles für einen reibungslosen Ablauf und zufriedene Gäste.
Die Knaller des Tages aber passieren an der Kandahar. Wir schauen uns zunächst die Mixed Zone an, wo sollen wir denn überhaupt stehen für unsere Fahrerinterviews? Ah, ganz am Ende. Eine Stunde brauchen die Athlethen nach Zielankunft dorthin? Oh. Naja… können wir vielleicht woanders stehen? Selbstverständlich können wir das, schließlich sind wir Rubis Jungs. Er will uns jetzt noch vor die Live-TV-Kollegen stellen. Das wäre natürlich super. Noch ist die Entscheidung aber nicht gefallen.
Nimmt uns das die Vorfreude auf die WM? Nein! Wir tanzen einfach und helfen den Jungs und Mädels aus der Kultur- & Kunstabteilung mit den Vorbereitungen auf ihre Show am Dienstag. Die Pistenblogger in Aktion:
Samstag: WM-Stimmung
Die Sonne scheint, unsere Motivation grenzt ans Unendliche. Die WM kann anfangen! Und wenn die ersten Show-Acts ihre Proben abhalten, muss natürlich ein Tänzchen her:
Samstag: Die Pistenblogger sind da
Stellt euch mal folgende Situation vor: Ihr bringt am Freitag endlich eure letzte Prüfung hinter euch. Danach noch kurz feiern, und dann ab ins Bett. Um fünf Uhr ist schließlich die Nacht vorbei! Warum sollte man sowas machen? Wir beantworten euch diese – durchaus berechtigte – Frage. Die sieben tapferen Pistenblogger wollen nämlich unbedingt frühzeitig in Garmisch sein, um die Akkreditierung und die Einkleidung zu erledigen.
Pünktlich um acht Uhr morgens stehen wir vor dem Eingang zum Volunteer-Center – aber das ist „offiziell“ noch geschlossen. Wir werden trotzdem akkreditiert. Zumindest ein paar von uns, denn bei manch einem muss noch einmal nachkontrolliert werden. Sicherheit wird hier noch groß geschrieben. Ach ja, die Einkleidung findet übrigens erst ab 16 Uhr statt. Macht aber alles nichts! Wir werden dann halt erst später hübsch hellblau eingekleidet und die Akkreditierung kriegen wir auch noch hin.
Erst einmal unsere Unterkunft für die nächsten zwei Wochen suchen und die Koffer loswerden. Wir finden sie am äußersten Rand Partenkirchens, im Reisekatalog würde man schreiben: idyllische Lage. Parken dürfen wir hier aber nicht. Nun gut, dafür haben wir etwa 15 qm für uns alleine, für uns neun. Mit zwei fremden Leuten wohnen wir in einem Schlafsaal. Getränke und Knabbereien dürfen nicht mit aufs Zimmer. Internet gibt es nicht und um 22 Uhr ist Nachtruhe. Aaaaber wir wären nicht die Pistenblogger, wenn wir uns durch sowas die Laune vermiesen lassen würden.
Also ab ins Main Press Center: Endlich sind wir alle offiziell akkreditiert. Doch wir müssen feststellen, dass wir zu verschiedenen Bereichen Zugang haben. Der eine darf zu den Fotographen, der andere ins Race-Büro. Aber kein Problem, das wird sofort korrigiert – wir sind nun auch bei den Special Guests. Jogi Löw, Oli Bierhoff, wir kommen euch besuchen! Und inzwischen sind wir sogar schon richtig hübsch gedresst, unsere babyblauen Anzüge glänzen in der Wintersonne. Ja, Garmisch genießt Pistenblogger-Wetter!
Indien, Ghana, Puerto Rico & Co.
Wir haben in den vergangenen Wochen viel über Stars geschrieben – die verletzten, die favorisierten und die deutschen. Auch ein bisschen über Exoten, aber wir haben noch mehr davon. Als kleines Schmankerl quasi, zum Abschluss unseres Personen-Checks.
Na, was meint ihr, welche Nationen treten bei der Ski-WM an? Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, USA, Frankreich? Klar, die sowieso. Doch das ist alles nicht exotisch genug, schließlich hat die FIS 110 Mitgliedsverbände. Wir haben noch Brasilien, Indien und Argentinien zu bieten. Selbst auf den Cayman Inseln gibt es neben dutzenden Banken wohl zwei paar Skier – diese gehören den Travers-Brüdern, Dillon und Dow. Australien, Israel, Kirgisien und Haiti sind ebenfalls mit von der Partie. Vuvuzelas bitte auch nicht vergessen, Südafrika reist an. Das Ski-Team Ghana geht ins Rennen mit Kwame Nkrumah-Acheampong, der bei den Olympischen Spielen in Vancouver als “Snow Leopard” berühmt und 47. im Slalom wurde. Dazu kommen Peru und Bolivien, Puerto Rico und Kolumbien, der Iran, der Libanon und viele, viele mehr.
Insgesamt hat die Ski-Familie 1.110 Betten gebucht – wir kuscheln mit und freuen uns auf exotische Festspiele im Schnee!
Die Favoriten: Jean-Baptiste Grange

Das Slalom-Ass. Quelle: Christian Jansky/ commons.wikimedia.org
Jean-Baptiste Grange: Beinahe hätten wir einen weiteren Verletzten zu beklagen gehabt. Im Dezember 2009 hatte sich Jean-Baptiste das Kreuzband gerissen und war deshalb für die gesamte Saison ausgefallen. Erst ein Jahr später, im Winter 2010, stand er wieder auf den Brettern – und schon feierte er im Dezember in Levi seinen ersten Weltcup-Saisonsieg im Slalom. Auch der Januar hätte für ihn kaum besser laufen können: Die beiden letzten Slaloms vor der WM in Kitzbühel und Schladming gingen jeweils an den Franzosen.
Es ist klar, dass Jean-Baptiste nach diesen Siegen zum ganz großen Favoriten für das Slalomrennen aufgestiegen ist. Bereits in der Saison 2008/09 krönte er seine Leistung mit dem Gewinn des Slalom-Gesamtweltcups. Sein Kitzbühel-Sieg:
Die Verletzten: Georg Streitberger

Georg ist verletzt. Quelle: Christian Jansky/ commons.wikimedia.org
Georg Streitberger: Und noch ein persönliches Schicksal. Der momentan führende Skiläufer der Super-G-Gesamtwertung fällt für die WM aus. Am 29. Januar kam der Österreicher bei der Abfahrt in Chamonix zu Fall, er zog sich einen Bruch des Schienbeinkopfs zu. Die Saison ist für ihn damit gelaufen und einer der Favoriten für den Super-G wird nicht an der WM teilnehmen.
Beeindruckend an Georg ist besonders, dass er sich in seiner Paradedisziplin innerhalb eines Jahres schwer verbessert hat. Bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver landete er im Super-G nur auf Rang 17, wie bereits erwähnt führte er diese Wertung in dieser Saison bis zu seinem Sturz an. Anfang Januar 2011 war ihm in Beaver Creek sein erster Weltcup-Saisonsieg gelungen, nun wurde seine Saison jäh beendet. Das Video von seinem verhängnisvollen Sturz gibt es unten zu sehen.
Die Pistenblogger wünschen eine gute und schnelle Genesung!
























